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SCOOTER – the big mash up toor; Berlin O2 World 6.4.12

Bericht: Jan Conrad, Berlin

Man kann von Scooter halten was man will. Wer einmal bei einem Scooter Konzert war, weiss: SCOOTER, das ist planbares Durchdrehen. Das ist always hardcore. WIIIIIIIICKED.

Ein Knall lässt 6000 Menschen erschaudern. Es ist ein ohrenbetäubender Knall, dessen Nachwehen sich in meinem Gehörgang beim Schreiben dieser Zeilen immer noch bemerkbar machen. Nach kurzem Schreckensmoment ist klar: Jetzt geht’s los!

 

Wie aus dem Nichts erscheint er, dieser ewig geile Typ, der ekstatisch durch die nächsten 2 Stunden führen wird - der unvergleichbare HP Baxxter. Ihm zur Seite stehen zwei DJ`s an den Synthesizern. Zum Einen das ewig überdrehende, „deutsch tanzende“ Gründungsmitglied Rick. Im Vergleich zum kleinen Energiebündel besitzt der Dritte im Bunde, Michael Simon, die arrogante Lässigkeit des coolen Typen im Terrantino-Film.

Die Zusammenstellung dieser Band passt. Ein Team harmoniert und bringt so zuverlässig Woche für Woche die Hallen dieser Welt zum Rocken. So auch letzten Freitag in Berlin.

Die bombastische Bühnenshow mit pompösen Flammenfontänen, Lamettaregen und einem stürmischen Meer aus Laserlichtern wirken nicht übertrieben. Sie verstärkt einfach die Musik und passt somit ins Gesamtbild. Genauso wie die riesige Videoeinwand, deren Einspieler grafisch gekonnt inszeniert daherkommen. Form fallows function.

Handwerklich gut gemachte Dancemusik, leidenschaftlich performt. So erzeugt man Emotionen. Beim Scooter- Konzerte macht sich beim breit gestreuten und sich aus allen Gesellschaftsschichten rekrutierenden Publikum einfach Feierlaune breit. Die 2-stündige Show erzeugt so eine unbeschwerte Leichtigkeit im kreischenden und wild hüpfenden Publikum.

Für mich persönlich sind alle Diskussionen um Scooter Schall und Rauch. Über diese Band zu streiten, ist müßig.

Bei Scooter geht es nicht um Politik, Ästethik oder Kunst. Die Jungs haben Bock, mit Ihren Fans und Zuschauern eine geile Party zu feiern. Und das schaffen sie. Scooter auf eine Partyband zu reduzieren wird ihrem Anspruch als Musiker zwar nicht gerecht. Aber genau das sind sie nun einmal primär. Jeder, der sie einmal live gesehen hat, gibt, unabhängig davon, ob einem die Musik gefällt oder nicht zu, dass die Jungs eine Wahnsinnsshow abliefern.

Bombende Beats, eingehende Grooves, ein jedermann bekannt vorkommender Chorus, der sich aus immer wieder kehrenden Mash ups aus Hits der Musikgeschichte bedient („It's not where you take things from, it's where you take them to“). Dazu wahnwitzige, geschrien vorgetragene Texte, deren Sinn bzw. Unsinn (und die ewige Frage, how much is the fish) so was wie ein Markenzeichen von Scooter bzw. dessen Frontmanns geworden sind. HP selbst spricht von DADA. Für mich ist das einfach Scooter.

Die Vorstellung hält einen Mix aus den Welthits der 90er Jahre und frühen Nuller Jahre (Nessaja. Maria, How much is the fish, One) mit sehr vielen neuen Songs bereit. Die neuen Sachen sind gut und funktionieren auf der Tanzfläche: baby doesen t eat und hello sind wirklich catchy. Bei Scooter hat man nicht das Gefühl, dass die Stimmung nachlässt, wenn viele Neue Sachen gespielt werden. Dieses Schicksal, dass nur allzu viele Bands der Vergangenheit teilen, bleibt Scooter erspart. Sie wissen, worauf es ankommt. Energiepegel aufrecht erhalten, dann geht auch die Masse mit.

Und das geht sie bis zum großen Finale, das aus einem Medley ihrer grossen Hits endet. Man merkt, dass sie Spaß an dem haben, was sie tun. Wenn sie anfangen wegen des Geldes oder aus anderen „niederen Motiven“ auf Tour zu gehen, funktioniert Scooter nicht mehr. Sicher, HP und seine Mannen sind mittlerweile Mitte 40 und der Bandleader braucht mittlerweile Pausen, die durch Instrumentals gefüllt werden, doch tut das der Show keinen Abriss. Jedenfalls noch nicht. Man darf gespannt sein wohin sich die Band entwickelt. Es sieht aber so aus, als das Scooter noch lange auf dem Level Menschen in Ekstase bringen werden.

Man merkt, dass sie Spass an dem haben, was sie tun. Wenn sie anfangen wegen des Geldes oder aus anderen niederen Motiven auf Tour zu gehen, funktioniert Scooter niecht mehr. Sicher, HP uns seine Mannen sind mittlerweile über 40 und der Bandleader braucht mittlerweile Pausen, die durch Instrumentals gefüllt werden, doch tut das der Show keinen Abriss. Jedenfalls noch nicht. Man darf gespannt sein wohin sich die Band entwickelt. Es sieht aber so aus, als ob Scooter noch lange auf dem Level Menschen in Ekstase bringen werden.



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